Der Spezialpflegebereich
Im Spezialpflegebereich betreut man sechs Jugendliche mit verschiedenen Behinderungen wie Gehirnlähmung, Epilepsie und Autismus (Alfredo, José, Malena und Paco). Die Mehrheit von ihnen kam vor mehr als zehn Jahren zu unserem Zentrum und alle benötigen besondere medizinische und threapeutische Betreuung.
Das Ziel des Spezialpflegebereiches ist die Ermöglichung grundlegender und medizinischer Pflege – Hygiene, Ernährung – und ausserdem, ihnen Rehabilitation und die Integration in das Zentrum und in die Gemeinde zu bieten.
Hier arbeiten acht Personen, vier während des Tages, zwei während der Nacht, zwei Aushilfen (decken Urlaub und Wochenenden ab), drei wechseln sich im Nachtdienst ab und es bedarf der Unterstützung der Freiwilligen. Die Arbeiter sind keine Profis, sondern angelernte Mütter und Väter, manche mit Behinderung.
Außerdem unterstützt das Team der Physiotherapie den Spezialpflegebereich mit der Bereitstellung von Übungen und Pflege, die die Jugendlichen benötigen. Von Seiten des Personals und der Freiwilligen, die in der Therapie arbeiten, bekommen sie Massagen und werden therapiert, um Kontrakturen und wundgelgene Stellen zu vermeiden. Auch werden sie jeden Samstag an einem der Strände in der Nähe von Piña Palmera in das Wassertherapieprogramm miteinbezogen. Außerdem organisiert man jeden Donnerstag einen Ausgang in ein Restaurant in Zipolite, um ein Getränk zu sich zu nehmen.
Dieser Bereich steht in Verbindung mit anderen Bereichen des Zentrums, um die Rehabilitation und die Integration der Jugendlichen zu ermöglichen. Infolgedessen werden ihnen verschiedene Aktivitäten wie Unterstützung im Garten oder im Holz und Farbe Workshop, im Kunsthandwerksladen, sowie Ausgänge an den Strand oder um die Familie zu besuchen, angeboten.
Die Freiwilligen unterstützen diesen Bereich täglich. Ihre Aufgaben sind das Waschen der Jugendlichen, ihnen Essen zu geben, aber auch zum Beispiel, mit ihnen spazieren zu gehen. Anfangs kann diese Arbeit ziemlich schwierig erscheinen. Aber man gewöhnt sich schnell und es ergeben sich sehr schöne Beziehungen mit den Jugendlichen. Jeder einzelne von ihnen reagiert auf andere Art und Weise, zum Beispiel können sich einige einfacher durch Gesten oder Blicke mitteilen, während sich andere vollkommen passiv verhalten.
Aber trotzdem braucht der, der am wenigsten kommuniziert, die selbe Liebe, die selbe Präsenz, obwohl die Aktivitäten für jeden verschieden sind. In der Strasse gibt es keinen Grund, sich zu schämen. Die Gemeinde Zipolite kennt die Jugendlichen sehr gut und die Menschen lächeln und grüßen, wenn man mit den Jugendlichen vorbeikommt.
Manchmal kann die Arbeit während dem Tag etwas monoton erscheinen. Der Freiwillige sollte gerade deswegen aktiv und kreativ sein. Oft hat schon eine unterhaltsame Idee die Jugendlichen wie die Arbeiter glücklich gemacht.
Diesem Projekt helfen
Die Jugendlichen
Momentan leben vier Jugenldiche im Zentrum. Jeder einzelne hat seine eigene Lebenserfahrung, aber die Mehrheit kommt aus einer sehr komplizierten familiären Umgebung. Im Spezialpflegebereich gibt es über jeden einzelnen Jugenldichen einen Ordner mit der Geschichte, dem Gesundheitsstand und den Untersuchungsergebnissen. Neue Freiwillige sollten diese Ordner von Anfang an zu Rate ziehen, um die Jugendlichen besser verstehen yu können.
Außerdem sollten interessante Beobachtungen über das Verhalten der Jugendlichen, ihre Gesundheit oder über ihre Vorlieben immer aufgezeichnet werden.
Malena
Ich heisse Maria Elena (Malena) Luna Ramírez und bin am 1. Juli 1982 in Mazunte-Tonameca geboren. Ich lebe seit dem Alter von drei Jahren in Piña Palmera, da meine Mutter nicht auf ein Baby mit Gehirnlähmung aufpassen konnte. Sie brachte mich nach Piña Palmera und hier traf ich Anna Johansson. Sie brachte mich zu einer Ärztin nach Puerto Angel, da ich sehr schwach war. Die Ärztin glaubte, ich würde sterben, aber dank Piña Palmera habe ich überlebt.
In Piña Palmera lebte ich mit Anna und Balbino bis zum Alter von zwölf Jahren, später zog ich in das Neue Haus um, um mit Alfredo, José und Paco zu leben. Zur selben Zeit fing ich in der Sonderschule Nr. 15 in Pochutla an und studierte dort vier Jahre lang.
Ich hörte mit dem Schulbesuch auf, da die Aktivitäten für jüngere Kinder waren. Ich habe ein kleines Buch, um mich mitzuteilen, was ich auch mit Gesten meines Kopfes oder meines Mundes mache.
Was ich mag:
Vor allem ist meine Familie sehr wichtig für mich, speziell meine Schwestern, mein Bruder und meine Neffin. Ich bade mich gerne und mag es, mich mit schönen Sachen zu kleiden, daß man mir meine Briefe vorliest und mir meine Fotos zeigt. Radio oder meine Kassetten hören ist eine andere Sache, die ich mag.
Es ist unterhaltsam, Piña Palmera für einen Spaziergang zu verlassen, zum Beispiel an den den Strand, in die Kirche Zipolites oder am Wochenende in die Diskothek. Auch verkaufe ich gerne Piña-T-Shirts, da ich so ein wenig Geld verdienen kann, um mir zu kaufen, was mir gefällt.
Medizinische Diagnose:
Geburtsbedingte, spastische Gehirnlähmung
Alfredo
Ich heisse Alfredo Hernandez Perez und bin am 25. August 1982 in Comitán, Chiapas, geboren. In meiner Zeit als Kleinkind war ich im Krankenhaus, da ich sehr schwere Epilepsie hatte. Das Krankenhaus hatte mir aber sehr geholfen, ich war unterernährt.
Dann brachten mich 1988 einige Personen von „Rettet die Kinder“ nach Piña Palmera. Ich bin sehr gern nach Piña Palmera gekommen, ich fühlte mich besser und glücklich. Aber später wurden meine Krämpfe schlimmer, meine Kondition brach zusammen und 1998 war ich kurz vorm Sterben, aber ich habe überlebt.
Was ich mag:
Am liebsten mag ich Yogurth und wenn ich mit meinen Freunden an den Strand gehe, trinke ich immer einen Bananenshake. Auch mag ich, wenn man mir Geschichten vorliest, mir leichte Massagen gibt oder daß man mich streichelt.
Medizinische Diagnose:
Sehr schwere Epilepsie
José
Ich heisse José Ortéz und bin am 26. März 1980 in Puerto Escondido, Oaxaca, geboren. Meine Mutter starb nach meiner Geburt. Meine Tante passte auf mich auf, aber später brachte man mich nach Piña Palmera, da sie mich nicht alleine pflegen konnte. Ich kam 1987 nach Piña Palmera. Anfangs leidete ich an Unterernährung und konnte bis zum 8- oder 9. Lebensjahr nicht laufen.
Was ich mag:
Ich mag Wasser, Musik – besonders mit Trommeln oder Schlagzeug, Autos und wenn mir jemand etwas vorsingt. Ich bade mich sehr gern und spiele gern mit Wasser und Sand.
Medizinische Diagnose:
Autismos und mentale Zurückgebliebenheit
Paco
Ich heisse Francisco (Paco) Pacheco Rojas und bin am 15. Juli 1984 in Arroyo Cruz, Pochutla, geboren. Ich kam am 15. Dezember 1985 nach Piña. Anfangs war ich sehr schwach und dünn. Zwei Freiwillige, Rogelio und Ben, halfen mir sehr. Ich lebte für viele Jahre mit Balbino und Anna, bis ich ins Neue Haus zu Malena, Alfredo und José umzog.
Ich bin eine sehr soziale Person und ich liebe es, mit Menschen zusammen zu sein und an den Aktivitäten Piña Palmeras teilzunehmen, zum Beispiel die Freiwilligen in der Küche anzuleiten, in den Garten zu gehen oder an den Englischklassen teilzunehmen.
Was ich mag:
Ich gehe gerne ins Dorf, z.B. zum Laden, spazieren oder an den Strand. Ausserdem sehe ich sehr gerne Fernsehen und mag es, wenn man mir Geschichten vorliest.
Medizinische Diagnose:
Kindergehirnlähmung mit Epilepsie und Spastiken
Die Jugendlichen, die einmal im Spezialpflegebereich gelebt haben:
Elías
Enrique “Elías” Mendoza Ortega kam am 28. August 1987 in Pochutla, Oaxaca, auf die Welt. Er hatte von Geburt an Muskelschwund genetischen Ursprungs, da er einen Bruder hatte, der mit der selben Krankheit auf die Welt kam. Er konnte laufen, aber seine Muskulatur löste sich Stück für Stück auf. Seit dem Alter von acht Monaten lebte er in Piña Palmera. Es ging ihm hier sehr gut, da er hier die Gesellschaft vieler Kinder hatte.
Er ging in die Sonderschule in Pochutla, aber ab dem zweiten Jahr hörte er auf, zu gehen.
Elías starb 2004.
Germán
Ich heisse Germán Ruiz Silva und bin am 31. Juli 1985 in San Mateo Piñas geboren. Ich kam 1990 zum ersten Mal nach Piña Palmera und blieb zum zweiten Mal ab dem 29. Juli 2001, da meine Eltern zum arbeiten in die Vereinigten Staaten gegangen sind.
Momentan lebe ich mit meinem Onkel Chico und komme zweimal die Woche nach Piña Palmera, um meine Gesundheit und Ernährung zu überwachen.
Was ich mag:
Ich liebe es, im Wasser (Strand, Pool…) oder mit etwas, was Lärm macht, zu spielen und wenn jemand zufällig auf Besuch kommt, daß er mich grüsst. Im Allgemeinen mag ich, wenn man mich streichelt. Was ich überhaupt nicht mag ist, wenn man mich anschreit. Auch mag ich, die Fotos meiner Eltern anzusehen, wenn meine Schwester sie mir zeigt.
Medizinishce Diagnose:
Gehirnlähmung/schwere mentale Zurückgebliebenheit/ Epilepsie
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